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Zurück an die Spitze. Für die Wirtschaft. Für die Menschen. Mehr lesen

„Unser Wahlprogramm mit Steuersenkungen von bis zu 13 Milliarden Euro und einem Umbau des Sozialstaates ist sehr ambitioniert, wird aber von Experten sehr positiv aufgenommen. Es ist das einzige Wahlprogramm, das so konkret ist und dermaßen von Optimismus und Reformwillen getragen wird.“

Feldkirch am 8.9.2017 PK Pressekonferenz Karlheinz Kopf und LH Markus Wallner im Roessle Feldkirch

In meiner Funktion als II. Nationalratspräsident habe ich einen guten Blick über Österreichs Tellerrand und sehe, was in anderen Ländern möglich ist. Ich bin überzeugt, dass es sich der Staat nicht zur Aufgabe machen darf, möglichst viele Steuereinnahmen zu lukrieren, um es dann gönnerhaft zu verteilen, sondern die Entlastung direkt bei der Bevölkerung ansetzen muss.

Wir möchten die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer entlasten, damit ihnen mehr von ihrem Verdienst bleibt. Hierfür soll die kalte Progression für alle Einkommen abgeschafft werden. Darüberhinaus soll es zu einer Senkung der Lohn- und Einkommenssteuer in den ersten drei Tarifstufen kommen (25 % auf 20 %, 35 % auf 30 %, 42 % auf 40 %). Eine klare Absage erteilen wir weiterhin ganz klar an Erbschafts-, Eigentums- und Vermögenssteuern.

Wir möchten die Unternehmen entlasten, damit Investitionen und Arbeitsplätze gesichert werden können. In diesem Sinne soll es für nicht entnommene Gewinne zu einer vollständigen Abschaffung der Körperschaftssteuer kommen, um Investitionen und Arbeitsplätze zu fördern. Weiters soll es zu einer deutlichen Senkung der Lohnnebenkosten kommen, indem beispielsweise der Dienstgeberanteil zum Familienlastenausgleichsfonds von 3,9 % auf 2 % gesenkt werden könnte. Weitere Schwerpunkte setzen wir bei Mitarbeiterbeteiligungen an Unternehmen, Flexibilisierung von Arbeitszeiten und einer Stärkung des Tourismusstandorts.

Freiheit, Frieden, Sicherheit. Nur ein rechtmäßiger Aufenthalt unter Einhaltung aller Regeln darf in Österreich geduldet werden. Parallelgesellschaften und die Unterdrückung mancher Grundrechte dürfen in Österreich keinen Platz finden.

Neuer Politikstil. Als jemand, der mit Leib und Seele Parlamentarier ist, ist mir ein neuer Politikstil, der von Sachlichkeit und Inhalten geprägt wird, ein ganz besonderes Anliegen. Ich möchte mich daher bei meiner Tätigkeit im Parlament mit voller Kraft dafür einsetzen, dass politische Positionen mit Argumenten erwidert werden statt mit persönlichen Angriffen.

Der linke Kanzler Kern Mehr lesen

Österreichs neuer Regierungschef offenbart fragwürdige Wirtschaftspositionen

von Matthias Benz

Erstmals hat Kanzler Christian Kern seine wirtschaftspolitischen Vorstellungen umrissen. Wer auf eine liberalere Politik zugunsten des Standorts Österreich gehofft hatte, dürfte enttäuscht werden.

Eigentlich hatte man eine Katze im Sack gekauft, als Österreichs Sozialdemokraten Christian Kern vor rund drei Wochen zum neuen Kanzler auserkoren. Kern war als fähiger Konzernchef der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) bekannt gewesen. Aber über die politischen Positionen des Quereinsteigers wusste man wenig.

Griff in die Mottenkiste

Nun hat der neue Regierungschef erstmals seine wirtschaftspolitischen Prioritäten umrissen. Am Wochenende sprach er vor den Kärntner Sozialdemokraten an einem Landesparteitag. Es war Kerns erste grössere Rede vor der Partei, zu deren Chef er bald auch offiziell gewählt werden soll. Und Kern war offensichtlich bemüht, sich die Unterstützung der Parteimitglieder zu sichern. Denn er griff tief in die Mottenkiste der sozialdemokratischen Wirtschaftspolitik.

Der Kanzler überraschte vor allem mit der Forderung, man müsse sich für eine «Maschinensteuer» engagieren. Damit ist gemeint, dass zur Finanzierung der Sozialsysteme nicht nur Abgaben auf dem Faktor Arbeit erhoben werden sollen, sondern dass die Wertschöpfung in einem Unternehmen insgesamt besteuert werden soll. Österreichische Sozialdemokraten hatten die Idee seit Anfang der 1980er Jahre immer wieder propagiert.

Nun lässt sich theoretisch darüber diskutieren, ob die Sozialsysteme anders zu finanzieren sind, falls künftig wegen Produktivitätsfortschritten in grossem Stil Arbeitsplätze verschwinden sollten (die bisherige Erfahrung spricht dagegen). Aber für Österreich führt der Vorstoss komplett in die falsche Richtung. Der hiesige Wirtschaftsstandort leidet seit einigen Jahren besonders darunter, dass der Staat schwer auf der Geschäftstätigkeit lastet. So sind die Steuer- und Sozialabgaben auf dem Faktor Arbeit («Steuerkeil») die zweithöchsten in den Industrieländern. Die Herausforderung lautet also eigentlich, die Abgabenlast zu reduzieren. Dazu müssten vor allem die Sozialsysteme reformiert und weniger grosszügig gemacht werden. Die Österreicher gehen im Schnitt etwa mit rund 60 Jahren in Rente.

Das Kapital im Visier

Eine «Maschinensteuer» wäre in ihrer Wirkung eine zusätzliche Steuer auf dem Faktor Kapital – und würde entsprechend den Kapitaleinsatz weniger attraktiv machen. Allerdings besteht ein Hauptproblem der österreichischen Wirtschaftspolitik gerade darin, dass das Kapital tendenziell schon jetzt aus dem Land vertrieben wird. Die Unternehmen halten sich mit Investitionen zurück. Sie beklagen nicht nur hohe und stark wachsende Arbeitskosten, sondern auch eine Gängelung durch die Bürokratie oder starre Arbeitszeitregelungen. Dies ist auch ein wichtiger Grund dafür, warum zu wenig neue Stellen geschaffen werden und die Arbeitslosigkeit im Land steigt.

Ernüchterter Koalitionspartner

Kern hatte das bei seinem Amtsantritt eigentlich anerkannt, als er in einer vielbeachteten Rede sagte, die Unternehmen müssten das Vertrauen in den Standort Österreich zurückgewinnen. Das nährte die Hoffnung auf eine wirtschaftsfreundlichere und reformorientierte Politik. Aber in seinen Grundpositionen hat sich Kern jetzt als ziemlich traditioneller Linkspolitiker zu erkennen gegeben. So forderte er auch eine Debatte über Arbeitszeitverkürzungen, um die Arbeit umzuverteilen. Er hält die Einführung von Vermögenssteuern für geboten. Mit mehr Umverteilung und neuen Steuern dürfte aber keine Zuversicht nach Österreich zurückkehren. Liberale Forderungen wie die Entrümpelung der starren Gewerbeordnung erhob Kern bis jetzt nur vereinzelt.

Ernüchtert reagierte der Parteichef des Koalitionspartners ÖVP, Reinhold Mitterlehner. Er hatte sich häufig Seite an Seite mit Kern gezeigt, um den vielbeschworenen Neuanfang in der Koalition zu unterstreichen. Aber der «Zauber des Neuanfangs» (Mitterlehner) könnte nun schnell verfliegen. Alte Gräben brechen auf. Mitterlehner sagte, man benötige Entlastungen statt Maschinensteuern und Flexibilisierung statt Arbeitszeitverkürzungen. Eigentlich sei er optimistisch gewesen, dass Kern verstehe, was der Standort brauche.

© Matthias Benz/"Neue Zürcher Zeitung" Nr. 130, vom 07.06.2016, Seite: 8

 

Sind unsere Pensionen sicher? Mehr lesen

Meine Gedanken zur langfristigen Sicherung der Pensionen:

Die Bundesregierung hat für den 29. Februar die Vorlage eines Reformkonzeptes zur langfristigen Absicherung der Finanzierbarkeit der Pensionen angekündigt. Statt jedoch mit kühlem Kopf und auf Basis der Fakten an die Sache heranzugehen, erhitzt dieses Thema bereits im Vorfeld die Gemüter in den verschiedenen politischen Lagern. Die Antwort des Sozialministers auf eine parlamentarische Anfrage der SPÖ liefert einige interessante Fakten:

  • Binnen vier Jahrzehnten (1971-2011) hat sich die Verweildauer in der Pension von 8 auf 22 Jahre verlängert.
  • Im selben Zeitraum hat sich die Berufszeit von 45 auf 38 Jahre verkürzt.
  • Wer 2014 in Pension ging, brachte es durchschnittlich nur mehr auf 32 Beitragsjahre, zuzüglich der Ersatzzeiten auf 36 Jahre.
  • Der Anteil der Pensionsleistungen an der Wirtschaftsleistung ist zwar relativ konstant, wobei ein ständig größer werdender Anteil davon mangels Beitragsdeckung aus dem Bundesbudget zugeschossen werden muss. Von 2003 bis 2015 hat sich der Bundeszuschuss von 5,6 auf 10,6 Milliarden Euro fast verdoppelt.
  • Bei den Pensionsleistungen aller öffentlichen Rechtsträger (also auch der Länder und der Altpensionen von Staatsunternehmen) von insgesamt 49,8 Mrd. Euro zeigt sich bereits eine Deckungslücke von 21,4 Mrd. Euro.

Fakt ist also, dass die Kosten für die Erhaltung des Pensionssystems rasant steigen und die Finanzierbarkeit des Pensionssystems in seiner derzeitigen Form in Frage stellen. Die österreichische Gesellschaft und die Politik müssen sich um eine nachhaltige Sicherung des Pensionssystems bemühen. Dieses Thema betrifft Pensionisten wie Erwerbsstätige, Frauen wie Männer, Mütter wie Väter, und vor allem unsere Kinder und Enkelkinder. Unterschiedliche Maßnahmen wie eine frühere Angleichung des Frauenpensionsantrittsalters, eine automatische Anpassung des generellen Antrittsalters an die Lebenserwartung oder das Pensionssplitting müssen konstruktiv diskutiert werden.

Eine einseitige Konzentration auf die Einnahmenseite wäre jedenfalls das Gegenteil von Generationengerechtigkeit. Was Österreich heute braucht ist ein sinnvolles Gesamtkonzept, das verschiedene Perspektiven einbezieht und nachhaltige Lösungen für zukünftige Generationen entwirft. Wir dürfen nicht die Augen verschließen, sondern müssen mit Weitblick und Voraussicht handeln, denn es liegt in der Verantwortung dieser Generation an die zukünftige zu denken.